Hochzeit in der Schweiz

{phocagallery view=category|categoryid=46|imageid=590|detail=8|type=0|float=left}Nun wissen wir es - die Japaner kommen nicht nur für die Kühe in die Schweiz (das haben wir vor einiger Zeit gelernt), sondern auch fürs Heiraten. Hier in Japan werden für die drei wichtigsten Momente im Leben drei verschiedene Religionen bemüht: Shintoismus kommt bei der Geburt und Einsegnung zum Einsatz, die Beerdigung ist meinstens (noch) buddhistisch und geheiratet wird westlich, d.h. "christlich".

Vor allem durch Hollywood-Filme wird bei vielen Japanern der Wunsch geweckt, eine Traumhochzeit in Weiss zu erleben. Und wie vieles hier in Japan funktioniert auch das Heiratszeremionell nach dem Prinzip der Angebots und Nachfrage. Das bedeutet, dass sich, hier in Sapporo, über die halbe Stadt verteilt zum Teil echt prunkvolle Hochzeitskirchen finden lassen. Das sind zum Teil riesige, imposante Gebäude, welche sich als Teil eines "westlichen-Hochzeits-All-Inclusive-Packets" mieten lassen. Wahrscheinlich nicht ganz billig - aber eben, für den wichtigsten Tag im Leben sollte man ja nicht knausrig sein.

 

Und eben dieses Angebot und Nachfrage-Prinzip führt nun auch dazu, dass man auch in der Schweiz heiraten kann. "Europa in 6 Tagen mit der Hochzeit am Tag 2" gewissermassen. Das ist dann Hochzeitstourismus (immerhin schöner als "Sterbetourismus"):

Schweiz aktuell vom 02.11.2010

Zum Glück hatte das Paar Jintsu die (professionelle?) Fotografin mit dabei, sonst könnten sie sich vor lauter Jetlag wohl kaum mehr an die Zeremonie erinnern... Aber anscheinend ist das immer noch weniger anstrengend als eine klassische Hochzeit in Japan, wie ich gelernt habe.

Für einiger unserer Kollegen hier ist dieser Trend hier in Japan eine grosse Chance für das Evangelium, analog zur christlichen Beerdigung in der Schweiz. Für andere Christen ist es ein Verrat am christlichen Glauben. Was haltet ihr von dieser Entwicklung?

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