Erdbeben - die Hilfe rollt an

erdbeben_japan_helpWährend die Welt, und vor allem die deutschsprachigen Medien, wegen dem Atomkraftwerk den Atem anhält, beginnen wir hier damit, konkrete Hilfeleistung zu planen. Die Weltmedien sind - im Gegensatz zu den japanischen Medien - praktisch ausschliesslich auf die Atombedrohung fixiert. Die japanischen Medien dagegen zeigen mehr Einzelschicksale und das Ergehen der Menschen in den betroffenen Gebieten.

Hilfe rollt an

Heute hatten wir unser wöchentliches Gebetstreffen aller in Sapporo wohnhaften ÜMG-Mitarbeiter. Neben viel Gebet für die Krisenregion und die Menschen in Verantwortung, wurden wir auch über den Stand der Hilfeleistung informiert. Konkret bedeutet das, dass wir uns vorbereiten, mit Hilfsgütern, Benzin und Kerosen nach Aomori zu gehen. Noch ist nicht klar, ob und wohin genau wir gehen können, im Moment suchen Mitarbeiter vor Ort nach einem möglichen Einsatzort. Die Hilfeeinsätze werden von CRASH Japan koordiniert und finden in Absprache mit den Regierungsstellen statt. Gleichzeitig beginnen wir hier, Hilfsgüter zu sammeln und in der Sprachschule zu lagern. Eine der grössten Herausforderung ist die Benzinknappheit, vor allem im Katastrophengebiet. Daher müssen Helfer schauen, dass sie nicht selber stranden und so zur Last werden.

Noch sind viele offene Fragen und es ist noch überhaupt nicht klar, ob es wirklich so klappen wird, wie wir es uns vorstellen. Aber nur schon die Tatsache, dass wir nun auch hier in Hokkaido konkrete Schritte unternehmen können, hilft uns sehr. Bisher war uns ja die Hände gebunden und wir waren den schlechten Nachrichten aus dem Katastrophengebiet gewissermassen ausgesetzt, ohne das wir (abgesehen vor viel Gebet) etwas für dieses von uns geliebte Volk machen konnten.

Auch vom Süden her erreicht Hilfe nach und nach das Gebiet (Mitteilung von ÜMG Deutschland). Es mögen zwar Tropfen auf den heissen Stein sein, aber die Steine sind sehr dankbar. Alleine schon das Wissen, dass viele Menschen auf der ganzen Welt für sie beten und mit ihnen mitfühlen, hilft den Menschen sehr.

Ihr könnt die Hilfeleistung direkt unterstützen, indem ihr dafür spendet. Die ÜMG hat einen entsprechenden Nothilfefonds geschaffen, Spenden können direkt in der Schweiz an die ÜMG (Stichwort: Sendai) überwiesen werden (Mitteilung der ÜMG).

Atomare Bedrohung

Wir mussten leider feststellen, dass gerade in den deutschsprachigen Medien die Berichterstattung bezüglich der drohenden Atomkatastophe sehr plakativ kommuniziert wird. Die Bedrohung besteht nach wie vor und die Menschen in Tokyo werden immer unsicherer. Das führt zum Teil zu schon fast irrationalem Verhalten, so wurden zum Beispiel das Klopapier und Papiertaschentücher rationiert - da die Menschen das wie wild kaufen. Gerade diese Güter wären jedoch im Katastrophengebiet am nötigsten...

Dabei gibt es viele gute Nachrichten. Die bedeutendste ist in meinen Augen, dass eine neue Stromleitung ins Atomkraftwerk morgen in Betrieb gehen sollte. Das wird die Kühlsysteme zumindest zu Teil wieder zum laufen bringen können.

Zusammen mit den Missionaren, welche in Tokyo ausharren, beten und vertrauen wird, dass Gott auch helfen und bewahren wird. Wir selber sind rund 600 Kilometer vom AKW entfernt, das ist von Zürich bis etwa an die polnische Grenze. Insofern besteht zur Zeit nur eine sehr sehr minime Wahrscheinlichkeit, dass wir von einer eventuellen Atomwolke bedroht werden. Die meisten Experten gehen davon aus, dass sie der atomare Niederschlag auf einen Bereich von wenigen Kilometern um das Kraftwerk beschränken wird.

Quellen für Informationen

Folgende Quellen haben sich als gut und informativ erwiesen:

Private Blogs und christliche Organisationen:

Offizielle Botschaftsnachrichten:

Medien:

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